Wir besuchen den Ausgangspunkt des Todesmarsches, das KZ-Außenlager Mülsen St. Micheln, und folgen einigen Etappen in den Gemeinden Hartenstein, Schlema, Schneeberg, Zschorlau und Eibenstock, wo die Häftlinge einen Zug zum KZ-Außenlager Leitmeritz bestiegen. Dabei begleiten uns die Projektkoordinatorinnen von DenkMal der KGE Erzgebirge e. V., Aue-Bad Schlema & Alter Gasometer e. V., Zwickau. Sie haben in den letzten Jahren mit Jugendlichen u. a. Gedenktafeln entlang der Strecke gestaltet.
Um die Dimension der nationalsozialistischen Verbrechen zu begreifen, muss man nicht nur in fernab gelegene KZ-Gedenkstätten fahren. Auch in unseren Regionen gab es zahlreiche Orte des Unrechts – viele von ihnen heute unsichtbar oder in Vergessenheit geraten. Lokale Initiativen und Vereine haben einige dieser Orte erforscht, in den letzten Jahren neue Lernorte geschaffen und erzählen ihre Geschichte(n). Dieser Besuch bietet kein fertiges Konzept für Bildungsarbeit, sondern eröffnet Perspektiven: Er schärft den Blick für NS-Orte „vor der eigenen Haustür“ und ermutigt, historische Bildungsarbeit lokal zu verankern. So können überregionale Gedenkstättenfahrten eine neue Bedeutung gewinnen.
