In Terezín/Theresienstadt begegnen wir der Geschichte der europäischen Juden, die dort als Zwischenstation der Deportation auf dem Weg in die Vernichtung festgehalten wurden – darunter auch Menschen aus dem Erzgebirge, dem Vogtland, Zwickau und Chemnitz. Junge Menschen aus Deutschland (ASF) und Österreich (Gedenkdienst) absolvieren seit über 30 Jahren ein einjähriges Freiwilligenjahr an der Gedenkstätte Theresienstadt und vermitteln die Geschichte engagiert, verständlich und altersgerecht.
Um die Dimension der nationalsozialistischen Verbrechen zu begreifen, muss man nicht nur in fernab gelegene KZ-Gedenkstätten fahren. Auch in unseren Regionen gab es zahlreiche Orte des Unrechts – viele von ihnen heute unsichtbar oder in Vergessenheit geraten. Lokale Initiativen und Vereine haben einige dieser Orte erforscht, in den letzten Jahren neue Lernorte geschaffen und erzählen ihre Geschichte(n). Dieser Besuch bietet kein fertiges Konzept für Bildungsarbeit, sondern eröffnet Perspektiven: Er schärft den Blick für NS-Orte „vor der eigenen Haustür“ und ermutigt, historische Bildungsarbeit lokal zu verankern. So können überregionale Gedenkstättenfahrten eine neue Bedeutung gewinnen.
