Ja, Andrei Iwanowitsch. Ein Buchenwald-Überlebender erzählt
27. April 2026: Film und Zeitzeugengespräch in der Alten Brauerei in Annaberg-Buchholz 
Andrei Iwanowitsch Moiseenko aus Minsk, Belarus war wie jedes Jahr anlässlich des Gedenkens an die Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald am 11. April 2026 in Weimar. Kurz vor seinem 100. Geburtstag am 1. Mai 2026 sprach er u. a. mit Jugendlichen aus Annaberg-Buchholz und Umgebung über sein Leben. Dabi ging es in erster Linie über seine Zeit in Deutschland von 1943 bis 1945 als Zwangsarbeiter bei der HASAG in Leipzig und als Häftling im KZ Buchenwald. Zu Beginn der Gesprächsrunde wurde der Dokumentarfilm „Ja, Andrei Iwanowitsch“ (2018) von Hannes Farlock gezeigt.
Zur Veranstaltung kamen ca. 120 Jugendliche und interessierte pädagogische Fachkräfte. Ein Jugendlicher hatte sogar das Gespräch gestreamt, so dass all diejenigen, die einfach keinen Platz mehr in der Alten Brauerei fanden, zu Hause an ihren Bildschirmen teilnehmen konnten. Sowohl im Saal als auch an den Bildschirmen gab es viele Fragen – Fragen zu seinen Geschwistern, zum Alltag und zu Freunden im KZ, zu seinem Lebensmut. Trotz aller Brüche blieb sein Glaube an das Gute im Menschen erhalten – ein Vermächtnis, das weit über seine persönliche Geschichte hinausreicht.
Es war vermutlich eine der letzten Gelegenheiten, einen Menschen wie Andrei Iwanowitsch Moiseenko persönlich zu begegnen, seine Geschichte aus erster Hand zu hören und Fragen an ihn zu stellen. Dem Großteil der Teilnehmenden war dies eine ganz besondere Begegnung.